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Opernzyklus am 2. Dezember 2004 | 19:30 | Neuer Saal | Konzerthaus

2. Dezember 2004 | 19:30

Ein Zyklus konzertanter Opernaufführungenmit Werken von
Antonio Salieri (1. Abend)
L’Europa riconosciuta
dramma serio (1778)
Libretto von Mattia Verazi

18:30 Uhr – Neuer Saal, Werkeinführung: Dr. Harald Schlosser im Gespräch mit Tiziano Duca und Stelvio Mestrovich
zum Inhalt
Ana Durlovski (Sopran) – Europa
Anna Kovalko (Sopran) – Semele
Magdalena Meziner (Sopran) – Asterio
Maren Engelhardt (Mezzosopran) – Isseo
Manfred Equiluz (Tenor) – Egisto
Konzertvereinigung im Wiener Konzerthaus
Tiziano Duca – Dirigent
Wiener Motettenchor, Choreinstudierung: Ingrun Fussenegger
Continuo:
Petra Zenker – Cembalo
Gabriele Janezic – Violoncello
Norbert Szirch – Kontrabass

Inhalt:

L‘ Europa riconosciuta
Musik: Antonio Salieri dramma serio in 2 Akten.
Libretto: Mattia Verazi
Erstaufführung in Milano 1778.
Europa, Sopran
Isseo, Sopran
Semele, Sopran
Asterio, Mezzosopran
Egisto, Tenor

Am 13. August des Jahres 1778 wurde auf dem Areal der alten Kirche Santa Maria alla Scala (zur Stiege) jenes Theater eröffnet, das zum Modell für jeden zukünftigen Kulturtempel werden sollte. Das habsburgische Mailand beabsichtigte, diese musikalische Taufe mit einer Oper zu krönen, die Musikgeschichte machen sollte und wandte sich an Gluck; dieser jedoch befand sich in einem Streit in Paris mit den „piccinisti“(den Anhängern des Komponisten Piccini) und trat die Aufgabe an Antonio Salieri ab. Der siebenundzwanzigjährige Meister aus Legnago erhielt vom Kaiser Joseph II. einen 12-monatigen Urlaub und ging, Mailand zu erobern, seine äußerst geschätzten Kollegen Sarti, Anfossi, Guglielmi, Sacchini, Cimarosa, Paisiello und Gazzaniga aus dem Rennen schlagend. Die Wahl der Oper fiel auf „L’Europa riconosciuta“ und das Libretto wurde dem erfahrenen römischen Dichter Mattia Verazi anvertraut, der schon mit Tommaso Traetta und mit Niccolò Jommelli zusammengearbeitet hatte. Die historischen Notizen, die den Hintergrund für „L’Europa riconosciuta“ bildeten, wurden aus der Genealogie der Götter von Boccaccio genommen und die Handlung spielt in Tyros, der Hauptstadt von Phönizien, und ihrer Umgebung.
Und die Musik? Salieri ist nicht weniger innovativ als sein Librettist, weil er sofort nach Hebung des Vorhangs das Publikum mit einer Sinfonia erfreut, die auf wunderbare Weise den Schiffbruch der kretischen Flotte beschreibt. Die Musik imitiert den Sturm, den er mit Blitzen, Donner, Regen und Windböen versetzt, ausklingend mit dem sanften Ton einer Oboe …

Diese Oper ist die ruhmreiche Ehrenrettung des am meisten geschmähten, aber auch des genialsten italienischen Komponisten des 18. Jahrhunderts. Es war Joseph Weigl, der folgendes Epitaph für den Grabstein von Salieri schrieb:

Ruhe in Frieden. Frei von Staub
Wird für dich die Ewigkeit blühen.
Ruhe in Frieden. In ewiger Harmonie
schwebt dein Geist
Einst in magischen Noten ausgedrückt
jetzt befreit in ewiger Schönheit.

Stelvio Mestrovich

INHALT DER OPER
Vorgeschichte:
Asterio, König von Kreta, hat die schöne Prinzessin Europa, die bereits mit dem Prinzen Isseo verlobt war, aus Tyros geraubt und heimlich zur Frau genommen. Ihr Vater Agenor, der König von Tyros, beauftragte seine Söhne sie zu suchen, den Frevel zu rächen und sie zurückzubringen. Als keiner der Söhne zurückkehrt und Agenor sie für tot halten muss, regelt Agenor die Thronfolge derart, dass seine Nichte Semele, ihrerseits nunmehr Isseo in Liebe verbunden, dem adeligen Krieger zur Frau gegeben werden soll, der seinen Rachenschwur einlösen kann und den ersten Fremden umbringt, der sich Tyros nähert. Auf die Nachricht von Agenors Tod bricht Asterio mit Europa nach Tyros auf, um ihren Thronanspruch anzumelden. Hier beginnt die Handlung der Oper.

I. Akt
Die Ouvertüre malt den Seesturm aus, der die kretischen Schiffe zerstört. Schiffbrüchig werden Asterio, Europa und ihr kleiner Sohn mit einem Teil ihres Gefolges an den Strand gespült. In der ersten Szene erfährt man nach einer Cavatina Asterios (Nr.I/2: „Con quel pianto … “ die oben erzählte Vorgeschichte. Schon naht Egisto, ein phönizischer Vasall, mit einer Eskorte berittener Soldaten und nimmt die Fremden gefangen (Nr I/4: Terzetto mit Chor). Egisto stammt aus einer entfernten Provinz und hat daher Europa noch nie gesehen. Er führt die Fremden zum Palast, um die von Agenor geforderte Rache an Asterio zu vollziehen und dadurch den Thron mit Semele teilen zu können.

Einem Disput Semeles mit Egisto (Nr. I/6: Scena e Duetto)folgt eine kriegerische Marcia mit Chor: Isseo kehrt mit seinen Truppen und mit Gefangenen von einem siegreichen Feldzug aus Zypern zurück (Nr.I/8: „Le spoglie guerriere“).Semele begrüßt den Feldherrn und lässt keinen Zweifel daran, dass sie ihn heiraten will, wiewohl er einst mit Europa verlobt war. Isseo willigt ein (Nr. I/9: Duetto „Ah se gli affetti miei …“).

Die Granden des Reichs haben sich zum Hohen Rat versammelt(Coro Nr. I/10 „O Temide immortale“. Asterio wird von Egisto verhört. Als Europa auf den Plan tritt, wird sie von allen wiedererkannt (Nr. I/11: Recitativo accompagnato). Finale I: Eifersüchtig beobachtet Semele die Freude und Verwirrung Isseos, Europa wiederzusehen. Sie beschließt Egisto in seinem Plan zu unterstützen, Asterio umzubringen.

II. Akt
Egisto sucht Isseo zu überreden, mit Europa zu fliehen und genießt die Vorfreude seines Triumphes (Nr II/2: Aria „Vantar di salda fede“). Heimlich trifft Isseo Europa. Ihre Liebe scheint wieder aufzublühen, doch die Ehrenhaftigkeit der ihrem Gatten treuen Europa verhält diese dazu, ihre Neigung zu Isseo zu unterdrücken (Nr. II/4: Aria Isseo e Duetto con Europa alla fine „Perder l’oggetto amato“; Nr. II/5+6:Recitativo accompagnato/Aria Europa „Ah lo sento – „). Semele, allein in ihrem Zimmer, ist von Eifersucht und Zweifeln geplagt (Cavatina II/7: „Fra mille pensieri“). Isseo kommt und klärt sie über die Intrige Egistos auf, Semele ist außer sich (Nr. II/10: Aria „Quell’ira, oh ciel!“).

Im Tempel der Rache nimmt Asterio Abschied von Europa und wird von Priestern zum Opfertod geleitet(Nr. II/12: Aria „Del morir l’angoscie adesso“, Coro de’ Sacerdoti „Sul mesto tumulo“).Doch da kommt es zum Kampf: Isseos Truppen kämpfen gegen jene des Usurpatoren, im Zweikampf tötet Isseo Egisto (Nrn. II/13 – 15: Recitativo Egisto – Coro – Scena Isseo-Egisto). Isseo stellt sich sodann schützend vor Semele. Diese hat noch einmal Gelegenheit zu einer großen, oboenbegleiteten Bravourarie (Nr. II/17: „Quando, più irato freme“).

Finale und Schlusschor (Nr. II/18): Europa wird als legitime Königin wieder anerkannt,sie und Asterio verzichten aber zugunsten von Isseo und Semele großmütig auf den Thron.

Opernzyklus am 2. Dezember 2004 | 19:30 | Neuer Saal | Konzerthaus

Details

Datum:
2. Dezember 2004
Zeit:
19:30
Veranstaltungkategorie:

Veranstaltungsort

Konzerthaus
Lothringerstraße 20
Wien, 1030 Österreich
Telefon:
+43 1 242002
Website:
www.konzerthaus.at

Veranstalter

Wiener Konzerthaus
E-Mail:
office@konzertvereinigung.at
Website:
www.konzertvereinigung.at